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Forschung

Bekämpfungskonzept Varroa 2015


Für das Jahr 2017 schlagen wir folgende Bekämpfungsstrategie gegen die Varroa vor:

1. Wöchentliche Ermittlung des Befallsgrades durch tägliches Zählen der natürlich abgefallenen Milben (mind. 3 Tage). Achtung ! Das Einfetten oder Ölen des Diagnosebodens ist unbedingt erforderlich, da sonst Ameisen die Varroen wegtragen. Täglich mehr als fünf abgefallene Milben erfordern sofortige Massnahmen !

2. Ausschneiden des Drohnenbrutrahmens - mindestens 1x.

3. Bildung von Brutablegern - nach dem Schlüpfen der verdeckelten Brut ist der Ableger sofort zu behandeln. (mit den zugelassenen Mitteln z.Bsp. Bienenwohl..) Königin selbst ziehen lassen oder bei Schwarmstimmung mit den Brutrahmen, die Weiselzellen aufweisen, Ableger bilden (3x Brutrahmen, 1x Honigwabe,1x Pollenwabe + 1x Leerwabe). Durch die Bildung der Ableger entsteht eine Varroaentlastung für das Muttervolk.

4. Bei stärkeren Befall wöchentliche Behandlung der Bruträume mit Puderzucker oder bienenhilfe.de.

5. Zur Sommersonnenwende die Königin auf die unterste Zarge mit Absperrgitter sperren - Brut ist somit nach ca. 3 Wochen nur mehr in der unteren Zarge vorhanden. Einmal wöchentlich zwei verdeckelte Brutrahmen entnehmen und einschmelzen oder
sollte der Befall noch gering sein kann man eine Brutscheune bilden (in den meisten Fällen aber nicht empfehlenswert)

6. Nach dem Abschleudern Volk auf Mittelwände setzen und mit ca. 5 kg ApiInvert füttern.

7. Da das Volk brutlos ist, kann es nun mit allen zugelassenen Mitteln behandelt werden. Danach kann nach und nach aufgefüttert werden.

8. Wöchentliche Milbenabfallskontrolle - besonders im September und Oktober die Reinvasion beachten.

9. Ende Oktober Futterkranzprobe (Faulbrut) durchführen und an das Labor einsenden.

10. Restentmilbung unbedingt durchführen (3 Wochen nach dem ersten Bodenfrost)


Mit dieser Strategie sollte einer erfolgreichen Überwinterung nichts mehr im Wege stehen.

Vorbeugungstipps gegen Faulbrut


Als erstes muss gesagt werden, dass Faulbrut jeden Imker völlig schuldlos treffen kann. Es gibt aber einige Massnahmen, mit der man auch bei einer Infizierung von aussen, einen Ausbruch der Krankheit verhindern kann.

Massnahmen zur Hygiene bei der Arbeit am Volk und bei Arbeitsgeräten und Bienenbeuten:

Bei der Arbeit am Volk Einmalhandschuhe benutzen - für jedes Volk ein Paar. Desinfizierung der Arbeitsgeräte vor und nach dem Arbeiten am Volk durch Abflammen mit einem Gasbrenner (Stockmeissel, Zange, etc..). Bitte bei jedem Volk die Geräte desinfizieren.
Wenn möglich für jedes Volk ein Abkehrbeserl, wenn benötigt. Bienenbeuten immer durch Abflammen oder durch Tauchen in eine
auf mind. 80°C erhitzte Ätznatronlauge desinfizieren. Boden einer Bienenhütte einmal im Monat reinigen. Bei zwei Bienenständen, jeden Bienenstand mit Arbeitsgeräten bestücken. Nie die selben Arbeitsgeräte für beide Stände verwenden.


Massnahmen im Jahresverlauf bei der Betreuung des Bienenvolkes:


Viel bauen lassen; die regelmässige Erneuerung des Wabenmaterials ist Grundlage für kräftige und gesunde Bienenvölker; alte Waben enthalten viele Keime und Viren, die das Volk schädigen und deren Gesundheit auf Dauer beeinträchtigen,
ja sogar bis zum Absterben führen können.

Nach dem Abschleudern die Völker brutfrei machen und auf Mittelwände setzen; durch die Brutfreiheit kann eine optimale Behandlung gegen die Varroa erfolgen; vorhandene Keime, Bakterien und Viren auf dem alten Wabenmaterial werden vernichtet.
Das Volk startet neu durch und kann kräftige und gesunde Winterbienen heranziehen. Der Faulbrut wird dadurch grösstmöglich vorgebeugt.

Ende Oktober unbedingt von jedem Volk eine Futterkranzprobe machen und zum Labor einsenden.


Somit sollte einem erfolgreichen Imkern, mit gesunden und starken Völkern nichts mehr im Wege stehen.


Diese Angaben sind lediglich Empfehlungen, daher ohne Gewähr.

Projekte 2015


Projekt Zellengröße:

Ziel: Erforschung des Einflusses der Zellengröße auf Varroabefall, Volksvitalität, Honigertrag.

Teilnehmer: Gabauer Josef, Beham Engelbert


Projekt Oxalsäure:

Ziel: Varroabehandlung der Testvölker nur durch Oxalsäurebedampfung (Oxamat) über das
gesamte Bienenjahr - Erforschung von Verträglichkeit, Varroadezimierung, Anwendungsformen und Zeiten.

Teilnehmer: Beham Engelbert

Projekt VARRO-PAENE


VARRO-PAENE

Konzept zur Bekämpfung von Varroa und zur Vorbeugung gegen Faulbrut




Liebe Imkerinnen und Imker !

Varro-paene beschreibt eine Methode, bei der gleichzeitig die Varroa wirksam bekämpft und der Faulbrut vorgebeugt werden kann.

Im ersten Schritt widmen wir uns der Lebensweise und Verbreitung bzw. Vermehrung des Schädlings und des Bakteriums. Wer seine Feinde kennt, der kann sie auch bekämpfen.


Varroa

Die Varroa ist eine ca. 1,1mm hohe und 1,6mm breite Milbenart, die sich vom Blut(Lymphe) der Biene ernährt. Die Vermehrung findet ausschließlich in der Bienenbrut statt. Ein Weibchen klettert kurz vor dem Verdeckeln in die Brutzelle. Dort legt sie bis zu sechs Eier, die von einem Männchen begattet werden, sodass diese beim Schlüpfen bereits geschlechtsreif sind und wieder Eier legen können. Männchen können sich nicht vermehren und sterben nach der Begattung. Wird der Vermehrung nicht Einhalt geboten, erreicht die Milbenanzahl im Stock eine kritische Grenze, die den Zusammenbruch des Volkes zur Folge hat.

Ziel ist es nun, durch Unterbrechung des Brutzyklus die Vermehrung der Varroa derart zu hemmen, dass das Volk den Winter gesund und kräftig überstehen kann, und die Schadschwelle erst spät im Jahr erreicht wird.


Faulbrut

Die Faulbrut wird durch das Bakterium „Paenebacillus larvae“ ausgelöst. Die Faulbrutsporen werden meist durch Honig eingetragen(z.Bsp. Räuberei). Die Bienen füttern nun die Brut mit dem sporenhaltigen Honig bzw. Futtersaft – dabei dringt die Spore durch die äussere Hülle der Larve und vermehrt sich in der Aussenwand – die Zersetzung der Larve beginnt. Die Bienen erkennen sofort die krankhafte Zelle, und räumen diese aus. Ab einem stärkeren Befall sind geschlossene Zellen befallen – die Maden werden in die typische, fadenziehende Masse zersetzt. Diese räumen die Bienen nur mehr selten aus – die Masse trocknet zum Schorf ein und wird dadurch zur massenhaften Ansteckunsquelle. Dabei muss man festhalten: Brut ist nur in einem Alter von 4 – 7 Tagen betroffen; älteren Maden sowie den erwachsenen Bienen kann paenebacillus larvae nichts anhaben – sie sind immun. Heilung bringt hier ein Kunstschwarmverfahren mit dreitägigem Aushungern und kompletter Waben und Beutenentnahme.

Leitlinien zum Konzept Varro-paene:Alle Böden, Zargen, Futterzargen, Deckel und sämtliche Arbeitsmaterialien müssen mindestens 1x im Jahr gereinigt und mit Abflammer oder 3 - 5%iger Ätznatronlauge gereinigt werden(Winter).

Alte, dunkle Waben müssen aus dem Volk entfernt und ausgeschmolzen werden.

Jede Beute muss eine Varroalade haben oder zumindest aufnehmen können.

Sollten Bienen an verschiedenen Standorten gehalten werden, darf das Wabenmaterial nicht gemischt werden. Arbeitsmaterialien sollten entweder pro Stand vorhanden sein, oder vor dem Arbeiten desinfiziert werden.

Schwärme immer drei Tage in der Beute aushungern lassen. Danach in eine desinfizierte Beute umsiedeln, Mittelwände zugeben und mit ca. 6 kg ApiInvert auffüttern.





Jahresablauf


Bei der Erweiterung im Frühjahr wird grundsätzlich nur mehr untergesetzt – das Aufsetzen entfällt zur Gänze. Somit wird die Erneuerung des Wabenbaus im Brutbereich mit einfachen Mitteln gewährleistet. In der Natur baut die Biene nach unten – dies kommt ihrem natürlichen Verhalten entgegen – bei Kaltwettereinbrüchen sitzen die Bienen in der oberen Zarge – optimal für den Wärmehaushalt, da die untere Zarge nicht gewärmt werden muss.

Drohnenbrut ausschneiden – es gibt hier unterschiedliche Ansichten – neuere Erkenntnisse haben gezeigt, dass die Harmonie des Volkes durch das Ausschneiden gestört, bzw. auch die Vitalität beeinflusst. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden – wer eine Drohnenwabe ins Volk gibt, muss sie aber ausschneiden. Ansonsten lässt man sie einfach weg.

Erstellen einer Brutscheune und Vorbeugung vor der Faulbrut


Die Brutscheune ist die einfachste und effektivste Methode, die Bienen vom Varroadruck zu befreien. Ausserdem ergibt sich die Möglichkeit, vorbeugend der Faulbrut entgegenzuwirken.



Durchführung:

Der beste Zeitpunkt ist beim Abschleudern der Völker. Man entnimmt den Völkern sämtliche Brutwaben( offene sowie verdeckelte), belässt beim Abstossen ca. 30 – 50 Begleitbienen auf der Wabe, und gibt diese in eine Zarge inkl. Boden. Es können bis zu 4 Zargen übereinander gestapelt werden. Die Zargen stellt man ca. 2 km vom Stand entfernt auf. Man hat nun mehrere Möglichkeiten: Sofortbehandlung mit AS 85% je Zarge 15ml von unten oder von oben(Schwammtuch) – 3x im Abstand von 7 Tagen bei starkem Varroabefall. Bei leichtem bzw. mittleren Befall Behandlung mit AS 85% je Zarge 15ml, jedoch nur einmal – nach 21 Tagen sind alle Bienen geschlüpft – man macht damit einen Kehrschwarm und behandelt diesen mit 3,5%iger Oxalsäure, da die Bienen ja brutfrei sind. Nach einem Tag kann man die Königin zusetzen.


Dem alten Volk entnimmt man sämtliche Waben und die alte Beute; die Bienen werden in eine desinfizierte Beute gekehrt,( drei Tage ausgehungert,) dann auf Mittelwände gesetzt und aufgefüttert – es benötigt ca. 6 kg ApiInvert zum Ausbauen der Mittelwände – nach ca. 3 – 4 Tagen entnimmt man Wabe für Wabe und behandelt mit 3,5%iger Oxalsäure – Volk ist brutfrei. Nun kann man mit der Winterfütterung beginnen – es empfiehlt sich eine etwas langsamere Auffütterung(Ballon), da die Königin das Brutnest anlegen muss.


Der tägliche Abfall der Varroamilbe sollte 4 Wochen nach der Behandlung unter 1 Milbe pro Tag liegen. Liegt der Abfall ab 1 Milbe pro Tag, muss unbedingt eine Restentmilbung gemacht werden. Bei mehr als 3 Milben pro Tag empfiehlt sich eine Stossbehandlung mit AS 85% von unten mit Schwammtuch (15ml pro Zarge – bis Ende Oktober möglich – Reinfektion).


Mitte bis Ende Oktober werden die Futterkranzproben entnommen und zum Imkereizentrum ins Labor eingesandt.


Restentmilbung, wenn nötig, ab dem ersten Nachtfrost – 3 Wochen später (bei anhaltendem kalten Wetter) ist das Volk in der Regel brutfrei – die Restentmilbung kann durchgeführt werden.


Diese Angaben stellen lediglich eine mögliche Arbeitsweise dar - Varro-Paene wurde von unserer Ortsgruppe entwickelt und ist zur Zeit in der Testphase - erste vielversprechende Ergebnisse liegen bereits vor und wir werden weiter daran arbeiten.

Alle Angaben ohne Gewähr.