Neues aus der Wissenschaft

ORF berichtet über Wundhonig



Durch den hohen Zuckergehalt und andere Inhaltsstoffe wirkt Honig antibakteriell und übertrifft in seiner Effizienz sogar manche Antibiotika - gänzlich ersetzen kann er die künstlichen Bakterienvernichter aber nicht.

Kombination aus wirksamen Substanzen

"In der Wundpflege gibt es den sogenannten 'medizinischen Honig'. Man konnte bei chronischen Wunden und oberflächlichen Verbrennungen zeigen, dass er nicht nur einen anti-bakteriellen Effekt hat, sondern auch zur Verbesserung der Wundheilung und Verkleinerung der Wunde führt", erklärt die Leiterin der Krankenhaushygiene an der Medizinischen Universität Wien, Elisabeth Presterl, im Gespräch mit science.ORF.at. An der Medizin-Uni Wien wird er deshalb bei genau solchen schlecht heilenden Wunden verwendet, die etwa durch Gefäßstörungen verursacht werden.

Den Zusatz "medizinisch" bekommt dieser in der Klinik verwendete Honig, weil er ein hinsichtlich Feuchtigkeit und Zuckergehalt genau genormtes Produkt ist und frei von Verunreinigungen sein muss. Er wird also noch genauer kontrolliert als das Naturprodukt.

Die positive Wirkung von Honig auf Wunden hat mehrere Gründe, sagt die Medizinerin. Da ist einmal der hohe Zuckergehalt: "Zucker ist ein Konservierungsmittel und kann Bakterien abtöten. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Inhaltsstoffe wie Polyphenole, Aminosäuren und Substanzen, die etwa Immunzellen stimulieren - das alles könnte in Kombination die Wirksamkeit von Honig ausmachen."

Honig als neues Antibiotikum?

Ist Honig also das neue Antibiotikum in der Wundpflege? Generell könne man Antibiotika sicherlich nicht durch Honig ersetzen, hält Elisabeth Presterl von der Medizin-Uni Wien fest. Gerade bei schweren Wundinfektionen sei es nicht sinnvoll, sie nur lokal zu behandeln, da brauche es eine ergänzende Einnahme von Antibiotika.

Bei den leichteren Fällen sei es aber sinnvoll, eine Wunde zuerst einmal oberflächlich mit dem salbenähnlichen medizinischen Honig zu behandeln: "Wir verabreichen noch immer viel zu oft und zu rasch Antibiotika. Honig ist eine Möglichkeit, um den Antibiotikaverbrauch auf das unbedingt nötige Maß zu reduzieren."

Wirksam gegen resistente Keime

Und auch im Kampf gegen gefährliche Krankenhauskeime könnte Honig eine Rolle spielen, erklärt Elisabeth Presterl: "Es gab Versuche im Reagenzglas, laut denen Honig auf multiresistente Keime wirken kann." Honig konnte demnach im Labor Bakterien abtöten, bei denen Antibiotika versagt hatten.

Nicht zuletzt deshalb kommt er in der Hygienerichtlinie der Medizin-Uni Wien zum Thema MRSA vor - also jenen multiresistenten, potenziell tödlichen Bakterien, die zuletzt in deutschen Krankenhäusern grassierten.

Angina & Co

Dass eingenommener Honig auch gut für die Gesundheit ist, dafür gibt es laut der Medizinerin keine harte Evidenz. Zwar zeigten Studien, dass er nach Mandeloperationen bzw. bei Halsweh die Schmerzen reduziere, ein Placebo hatte allerdings - ebenso wie ein richtiges Schmerzmittel - die gleiche Wirkung. Und auch bei Angina fehlen Belege, dass geschluckter Honig antibakteriell wirkt.

Hier solle man nach dem Motto "Was gut tut, ist hilfreich" vorgehen, meint Elisabeth Presterl - und gesteht abschließend, dass auch sie bei Halsweh zu einem Glas warmer Milch mit Honig greift.
Quelle:
22.06.2015
Elke Ziegler, science.ORF.at

Neue Studie über Neonicotinoide


Brasilianische Wissenschaftler: Neonicotinoide und Pyrazole töten Honigbienen

Ethan A. Huff

Aus Brasilien kommen neue Erkenntnisse darüber, wie Agrarchemikalien Honigbienen töten. Forscher einer dortigen Universität berichten, sie hätten den Mechanismus hinter bienenschädlichen Pestiziden wie Fipronil (Pyrazole) und Imidacloprid (Neonicotinoide) entdeckt. Eine Studie, die in der Fachzeitschrift Environmental Toxicology and Chemistry veröffentlicht wurde, ergab, dass diese zwei Gruppen von Insektiziden, die in der konventionellen Landwirtschaft häufig angewendet werden, die Zellfunktion bei Bienen stören, sodass sich ein oftmals tödliches Energiedefizit entwickelt.

Da sich der berüchtigte Bienenvolk-Kollaps (CCD, nach dem Englischen Colony Collapse Disorder) dadurch manifestiert, dass die Bienen es nicht mehr schaffen, Nahrung aufzunehmen und den Weg zum Bienenstock zurückzufinden, untersuchten die an der neuen Studie beteiligten Wissenschaftler, auf welche Weise die Pestizide die Funktion der Mitochondrien bei den Bienen beeinträchtigten. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen, es wird viel darüber spekuliert, dass Agrarchemikalien wie Fipronil und Imidacloprid irgendwie ihre normale Funktion stören.

Wie sich herausstellt, ist diese Hypothese korrekt. Forscher entnahmen Gewebeproben aus Kopf und Brustkorb afrikanisierter Honigbienen und prüften sie auf ihre bioenergetische Funktion. Diese ist ein Indikator dafür, wie in den Zellen Energie produziert und übertragen wird. Wie sich zeigte, wird bei den Honigbienen durch den Kontakt mit bestimmten Agrarchemikalien, auch in nicht-tödlicher Dosis, die normale mitochondriale Bioenergetik gestört, die Folge ist eine mangelnde Energieproduktion.

»Diese Insektizide beeinflussen das Nervensystem schädlicher und nützlicher Insekten, oftmals töten sie sie«, sagte Daniel Nicodemo, Erstautor der Studie der Universidade Estadual Paulista in Dracena, Brasilien. »Subletale Effekte beim Verhalten von Insekten sind in anderen Studien beschrieben worden; schon einige Nanogramm eines aktiven Inhaltsstoffes störten den Sinn für Geschmack, olfaktorisches Lernen und motorische Aktivität bei den Bienen.«

Neonicotinoide zehren die »Energiewährung« der Honigbienen auf

Damit der Körper richtig funktioniert, müssen die Mitochondrien in den Zellen in der Lage sein, ausreichend Adenosintriphosphat (ATP) zu produzieren. Diese »Energiewährung« wird dafür verwendet, Energie für zelluläre Prozesse zu speichern. Mangelt es an ATP, können die Mitochondrien sinnbildlich nicht für die Lieferung der benötigten Energie bezahlen, im Körper entsteht ein Defizit.

Im Fall von Bienen kann diese mangelnde ATP-Synthese katastrophale Folgen haben, denn Bienen brauchen zum Fliegen und Navigieren sehr viel Sauerstoff. Wenn Herbizide, die die mitochondriale Energetik beeinträchtigen, die ATP-Synthese hemmen, haben Bienen nicht genug Muskelkraft, um ihre Bestäubungsarbeit zu verrichten; viele verirren sich und sterben.

»Wenn [bei der ATP-Synthese] etwas schiefläuft, wird die Energieproduktion beeinträchtigt«, fügte Nicodemo noch hinzu. »Ähnlich wie ein Flugzeug brauchen Honigbienen zum Fliegen sauberen Treibstoff.«

In einem Papier, das Anfang 2013 von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlicht wurde, wurden die Neonicotinoid-Pestizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam als verursachende Substanzen für den CCD identifiziert. Die Aufsichtsbehörde kam zu dem Schluss, dass subletale Dosen dieser Chemikalien für Bienen und Bienenlarven eine ernste Bedrohung darstellten. Diese Einschätzung führte ein Jahr später zum Verbot dieser Stoffe.

Wie die Deutsche Welle auf ihrer Webseite berichtet, ist das Verbot zunächst auf zwei Jahre befristet. Am Ende der zweijährigen Versuchsfrist werden die neuesten Daten in eine abermalige Prüfung einfließen, die Ausschlag darüber geben soll, ob Neonicotinoide weiterhin verboten bleiben. Diese jüngste Studie bestätigt jedoch die ursprünglichen Ergebnisse, wonach Neonicotinoide und auch Pyrazole tatsächlich Bienen töten und deshalb verboten werden müssen.


Quelle: info.kopp-verlag.de

Bienen weit nützlicher als bisher bekannt !


Was wir Imker und die Obstbauern wissen, wurde wieder bestätigt: Bienen weit nützlicher für Landwirtschaft als bisher bekannt

Studie: Erdbeeren nach Bienen-Bestäubung schwerer und roter

Der Nutzen von Bienen für die Landwirtschaft ist einer neuen Studie zufolge weit größer als bisher bekannt. Von Bienen bestäubte Erdbeerpflanzen erbrachten schwerere, festere und rotere Früchte, wie ein Wissenschaftlerteam der Universität Göttingen in einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung herausfand.
Demnach hielten sich diese Erdbeeren auch länger als solche, bei denen die Blüten selbstbestäubt oder durch den Wind bestäubt wurden. Das Bienensterben in Europa bereitet Forschern, Landwirten und Umweltschützern seit Jahren große Sorgen. Als ein möglicher Grund werden Umweltverschmutzung und Pestizide angenommen. Einem UN-Bericht von 2011 zufolge trug die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten rund 153 Milliarden Euro oder rund 9,5 Prozent zum weltweiten Gesamtwert der Nahrungsmittelproduktion bei.

Der neuen Studie zufolge könnte dieser Wert aber deutlich höher sein. Die Wissenschafter um Björn Klatt von der Universität Göttingen pflanzten neun Erdbeer-Arten auf einem Versuchsfeld. Die Pflanzen wurden entweder mit einem speziellen Geflecht abgedeckt, um die Bestäubung durch den Wind oder durch andere Pflanzen zu ermöglichen oder sie wurden für Bienen zugänglich gelassen.
Die geernteten Früchte wurden dann nach handelsüblichen Kriterien bewertet. Außerdem wurden sie Labortests zu Festigkeit, Farbe und Haltbarkeit unterzogen. Bei sieben Arten waren die von Bienen bestäubten Früchte roter, zudem war ein beträchtlicher Anteil schwerer und haltbarer als die anderen Früchte.

Für den Handel gehe es um ein "großes Geschäft", heißt es in der Studie, die in der britischen Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" erschien. 90 Prozent der Erdbeeren könnten nach vier Tagen Lagerung nicht mehr verkauft werden. Im 1,5-Millionen-Tonnen-Erdbeer-Markt Europas würde Bienen-Bestäubung den Ausschuss um elf Prozent oder 236 Millionen Euro jährlich verringern. Nach Ansicht der Forscher müssten ihre Ergebnisse auf eine große Bandbreite anderer Nutzpflanzen übertragbar sein.



Quelle: APA

Bienen können Gesichter erkennen




"Der Mensch muss manchmal an der Intelligenz der gemeinen Honigbiene zweifeln. Zum Beispiel wenn die summenden Zeitgenossen minutenlang nicht in der Lage sind, aus einem geöffneten Fenster in die Freiheit zu entfliehen. Nicht selten beendet dann ein Pantoffel ihr Leben. Doch Bienen sind richtig schlau: Neuen Erkenntnissen zufolge können sie sogar menschliche Gesichter voneinander unterscheiden.


Für eine Honigbiene ist Mensch nicht gleich Mensch: Trotz ihres sehr einfachen Gehirns können die Insekten individuelle menschliche Gesichter voneinander unterscheiden - eine Fähigkeit, die bislang nur Säugetieren mit ihrem komplexen Zentralnervensystem zugetraut wurde. Die Entdeckung, die ein internationales Forscherteam bei einer Studie mit trainierten Bienen gemacht hat, lässt erneut Zweifel an der Theorie aufkommen, dass es im menschlichen Gehirn eine auf Gesichtserkennung spezialisierte Hirnregion gibt. Über ihre Arbeit berichten Christa Neumeyer von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift ´Journal of Experimental Biology´.

Bis vor kurzem galt es als sicher, dass beim Menschen eine Hirnregion namens ´fusiform face area´ (FFA) auf die Wahrnehmung von Gesichtern spezialisiert ist. Dafür sprechen unter anderem eine deutlich erhöhte Aktivität in der FFA beim Betrachten von Gesichtern im Gegensatz zu anderen Objekten und eine stark beeinträchtigte Gesichtserkennung bei Schäden in dieser Hirnregion. Vor wenigen Jahren ließ jedoch eine Studie Zweifel an dieser Theorie aufkommen: Darin konnten Wissenschaftler nachweisen, dass die FFA auch dann aktiv ist, wenn beispielsweise ein Vogelkundler einen Vogel betrachtet oder ein Kraftfahrzeuggutachter ein Auto.

Hochspezialisierten Hirnregion
Auch die Ergebnisse des Teams um Neumeyer stellen die Theorie von der hochspezialisierten Hirnregion infrage, zeigen sie doch, dass Gesichtserkennung auch ohne ein komplexes Gehirn funktioniert. Die Wissenschaftler hatten ihre Testbienen immer wieder zu einem Gefäß mit Zuckerwasser fliegen lassen, das sich vor dem Foto eines Gesichts befand. Tatsächlich lernten die Insekten im Lauf der Zeit, dieses Gesicht mit der Belohnung zu assoziieren und wählten von vier angebotenen Gesichtern bevorzugt das vertraute. Selbst als die Forscher das Zuckerwasser entfernten und den Tieren neben dem bekannten Gesicht auch ein unbekanntes vorsetzten, flogen die Bienen zielsicher auf das vertraute Bild zu.

Offenbar können die Bienen, deren Gehirn etwa zehntausendmal weniger Nervenzellen enthält als das des Menschen, problemlos individuelle Gesichter auseinanderhalten und sie auch Tage später noch wiedererkennen, schließen die Forscher. Allerdings handelt es sich bei diesem Mechanismus wahrscheinlich nicht um die gleiche Art von Gesichtserkennung, wie sie beim Menschen vorkommt: Bienen haben ein sehr gutes Gedächtnis für Muster, was ihnen beispielsweise ermöglicht, verschiedene Blütenarten auseinander zu halten. Während beim Menschen das schnelle und akkurate Erkennen eines Gesichts eine wichtige Rolle im sozialen Umfeld spielt, sind menschliche Gesichter für Bienen daher wohl ´nur wirklich merkwürdig aussehende Blumen´, wie es der Verhaltensforscher James Gould in einem Kommentar formuliert" (N.N., 2005, s.p.).

Quellenverzeichnis:
N.N. (2005): Bienen können Gesichter erkennen. At: http://www.rp-online.de/wissen/umwelt/Bienen-koennen-Gesichter-erkennen_aid_164691.html (

Aus Nektar wird Honig



"Ohne Arbeit kein Brot. Auf diesem vielfach bewährten Grundsatz bauen Blüten ihre Bestäubungsstrategien auf. Die Blüten stellen Futterstoffe bereit und erwarten von den Nutznießern, den Insekten, dass sie im Gegenzug den Pollentransport zu benachbarten Blüten übernehmen.

Größer
Als Futterstoffe bieten Blüten Nektar, Pollen oder fette Öle an. Die Mehrzahl der angiospermen Tierblumen sind Nektarblumen. Blütenbesucher unternehmen aus zweierlei Gründen ihre Futterflüge. Entweder sei ernähren sich selbst davon, oder sie tragen das Sammelgut als Larvenfutter ein.




Nektar
Homer nannte den Tank der Götter ´nektar´, aber auch ´ambrosia´. In der älteren Literatur wird gelegentlich nicht streng zwischen Nektar und Honigsaft unterschieden. Unter Nektar versteht man heute einen zuckerhaltigen Pflanzensaft, dem in geringer Menge andere Substanzen beigemischt sind. Der Nektar wird von Nektarien abgesondert.
Nektarien im Blütenbereich werden als florale Nektarien (Floralnektarien) bezeichnet, solche außerhalb des Blütenbereichs extraflorale Nektarien (Extrafloralnektarien). Delpino (1868) führte als Terminologie nuptiale und extranuptiale Nektarien ein und legte seiner Einteilung weniger die Lage, sondern die Funktion zugrunde. Stehen die Drüsen im Dienste der Bestäubung, dann werden sie nuptiale Nektarien (lat. nuptiae: Hochzeit) genannt. Im Falle anderer Funktionen sind es extranuptiale Nektarien. …
[Unter Floralnektarien könne Achsennektarien, Fruchtblattnektarien, Staubfadennektarien, Kronenblattnektarien und Kelchblattnektarien unterschieden werden].
Die Extrafloralnektarien spielen für die Ernährung der Bienen nur eine untergeordnete Rolle.

Aus Zuckersaft wird Honig

Der im Nektar enthaltene Zucker entstammt dem grundlegenden biochemischen Prozess, auf dem alle Lebewesen ihre Existenz gründen: der Photosynthese. Die Photosynthese lässt sich wie folgt kurz zusammenfassen: Unter Freisetzung von Sauerstoff entstehen bei der Photosynthese aus unbelebten, anorganischen Substanzen (Wasser, Kohlendioxid) organische Verbindungen. Die notwendige Energie hierfür entstammt dem Sonnenlicht. Die neue Substanz – Traubenzucker (Glucose) – ist höhermolekular und energiereich. Er lässt sich in der Pflanze leicht transportieren und dient als Grundbaustein für weitere Produkte (Eiweiß, Fette, Cellulose). Traubenzucker stellt somit einen Grundbaustein im Lebensprozess und einen wichtigen Energieträger dar.

Die Honigbiene trägt den über den Saugrüssel aufgenommenen Zuckersaft in ihrer Honigblase ein. Die Honigblase ist eine birnenförmige Erweiterung der Speiseröhre. Ihre Wände sind dehnbar. Sie kann bis zu 60mm³ Zuckersaft aufnehmen. Das Gewicht einer prall gefüllten Honigblase beträgt fast die Hälfte des Körpergewichtes der Biene. Der Zuckersaft ist lediglich ein Rohstoff. Erst durch Zusatz bieneneigener Produkte wird er zum Honig. Die Umwandlung beginnt schon bei der Aufnahme des Rohstoffs und der Zugabe von Fermenten, später in der Honigblase. Dabei werden die höherwertigen Zucker in Einfachzucker (Traubenzucker, Fruchtzucker) zerlegt. Bis zur Depotlagerung wird der ´Vorhonig´ von Biene zu Biene im Stock weitergereicht und im Honigmagen jeder Biene fermentativ durchsetzt. Je mehr Honigmägen der Zuckersaft durchlief, desto wertvoller ist das Endprodukt Honig. Hier liegt auch die Erklärung für den hohen Wert eines Honigs aus einer Läppertracht: Den Bienen verbleibt Zeit, die Tracht an möglichst viele Stockinsassinnen weiterzureichen.

Der Wasseranteil am frischen Sammelgut beträgt etwa 50% bis 80%. Der ´Vorhonig´ wird dabei in zwei Phasen eingedickt. Die erste Phase wird vom Imker ´Lüften des Honigs´ genannt. Dabei setzt die Biene ein Tröpfchen ihres Honigblaseninhaltes an der Unterseite des Rüssels für 10 bis 20 Minuten der warmen und trockenen Stockluft aus. Nach der ersten Lufttrocknung ist der Honig halbreif. Die zweite Phase der Eindickung und Reifung wird in den Wabenzellen fortgesetzt. Diese werden nur teilweise gefüllt, der Inhalt wiederholt umgelagert und stets dem warmen Luftstrom ausgesetzt. Erst bei einem Wassergehalt von 17 bis 19% wird der jetzt reife Honig randvoll in Zellen gefüllt. Diese werden luftdicht mit Wachs verdeckelt. – Der Honig steht zu Ernte bereit.
[Honig unterscheidet sich je nach seiner Herkunft in seiner Zusammensetzung]. Jeder, der Honig aus einem gut sortierten Angebot auswählt, erkennt schon anhand von Farbe und Konsistenz augenfällige Unterschiede" (Zander et al., 1997, 15-20).


Quellenverzeichnis:
Zander, E.; Schick, B. und Spürging, A. (1997): Die Bienenweide. 4., völlig neubearbeitete und erweiterte Aufl.. In: Böttcher, F. (Hrsg.): Handbuch der Bienenkunde. Stuttgart: Ulmer.

Bienen & Co: Firma Natur scheffelt jährlich Billio


Von wegen fauler Willi: Jahr für Jahr erwirtschaftet die Natur ein Bruttosozialprodukt von rund 23,7 Billionen Euro. Allein die Leistung der Bienen kann man mit vier Milliarden Dollar jährlich berechnen.
Was kostet die Natur? Wissenschafter schätzen, dass die Natur Jahr für Jahr ein Bruttosozialprodukt von rund 32 Billionen Dollar (23,7 Billionen Euro) erwirtschaftet, hieß es in einer Aussendung der Umweltschutzorganisation WWF am Dienstag. Die Umweltschützer forderten anlässlich des internationalen Tages des Artenschutzes am 3. März, "die wirtschaftliche Bedeutung der Natur stärker zu betonen und umweltzerstörerische Subventionen abzubauen".

Fleißige Bienen
Der finanzielle Wert der Natur sei eine Gleichung mit vielen Unbekannten: Allein die Leistung der Bienen als Honig-Produzenten und die Bienen in ihrer Rolle als Bestäuber von Nutzpflanzen könne man auf rund vier Milliarden Dollar pro Jahr hochrechnen, so der WWF. Intakte Korallenriffe schützen die Küsten vor Sturmfluten und gelten als Kinderstube unzähliger Fischarten: Addiert man dazu die Einnahmen aus dem Tauchtourismus, so gehen Ökonomen laut den Umweltschützern von einer jährlichen wirtschaftlichen Leistung von rund 170 Milliarden Dollar aus.

Auch Investitionen in Naturschutzprojekte zahlen sich doppelt aus: Schätzungen zufolge könnte die Ausweisung von Meeresschutzgebieten eine Million Arbeitsplätze schaffen. Zugleich würden jährlich Fischerträge von 70 bis 80 Milliarden US-Dollar und Ökosystemdienstleistungen im Wert von 4,5 bis 6,7 Billionen US-Dollar erbracht, hieß es seitens des WWF. Im Grunde unbezahlbar sind nach Angaben der Umweltschützer z. B. die Säuberung von Böden und Wasser, die Speicherung von Kohlendioxid durch Wälder und Ozeane und Medikamente, die auf natürlichen Inhaltsstoffen beruhen.

Quelle: www.kleinezeitung.at

Bienen schützen vor Feuerbrand-Infektionen


Die Honigbienen sind nicht nur unentbehrliche Bestäuberinnen von Obst und Blütenpflanzen, sondern sie werden in Neuseeland und USA auch als Doktoren beim Feuerbrand auf Obstbäumen eingesetzt.
Noch fehlen aber Forschungsmittel, damit diese biologischen Bekämpfungs-Maßnahmen auch in der Schweiz praxisreif werden.

Der Schweizerische Bienenzüchterverband VSBV/FSSA erwartet vom Bund und seinen Forschungsanstalten eine rasche Zusage und flexible Forschung, die biologische und alternative Bekämpfungsmaßnahmen für die Praxis zu prüfen. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zusammen mit den Imkern wurde auch in einer Petition im Nationalrat gefordert und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) in Frick hat kürzlich auf die Möglichkeit der Botrytis-Bekämpfung bei Erdbeeren durch Hummeln und Bienen hingewiesen und vermehrt Mittel für gezielte, biologische Pflanzenschutzmassnahmen gefordert.

Wie bei der Botrytis-Bekämpfung könnten Honigbienen bei der Feuerbrandbekämpfung eingesetzt werden. Sie übertragen in ihrem Haarpelz antagonistische Bakterien wie Bazillus subtilis, die gegen den Feuerbrand-Erreger Erwinia amylovora antreten und diesem den Infektionsweg durch die Obstblüte verbarrikadieren. Das biologische Pflanzenschutzmittel «Biopro» mit dem Wirkorganismus Bazillus subtilis haben die Bundesämter vor knapp einer Woche frei gegeben. Es müsste nun den ausfliegenden Bienen als Pulvergemisch mit Blütenstaub vorgelegt werden, damit sie es auf die Stempel in den Obstblüten tragen – im Kampf gegen die gefährlichen Feuerbrandbakterien. In Neuseeland und USA wurden bereits Erfahrungen gesammelt. Die «Bienen-Doktoren» wurden aber noch nicht in Schweizerischen Obstanlagen eingesetzt, obwohl es vordringlich ist, alle Maßnahmen zur Eindämmung des Feuerbrandes anzugehen. Damit könnte auch auf die unsinnigen Fällaktionen wertvoller Hochstamm-Obstbäume verzichtet werden.

Von Seiten der notgeplagten Obstbauern, die enorme Verluste infolge Feuerbrand in ihren Obstanlagen zu beklagen hatten, steigt der Druck auf die Zulassung von Streptomycin, einem Antibiotika, das im nahen Ausland zeitlich beschränkt zugelassen ist. Für die Schweizer Qualitätsproduktion ist aber der Einsatz von Antibiotika ein Bumerang. Auch geringste Spuren des Handelspräparates «Plantomycin» mit dem Wirkstoff Streptomycin könnten in Honigen gefunden werden, wie dies im süddeutschen Raum schmerzlich festgestellt werden musste. Unerlaubte Antibiotikaeinsätze werden durch die Bienen in noch so kleinen Mengen registriert.

Der Konsument wünscht keine Lebensmittel, die mit Hilfe von Antibiotika erzeugt worden sind. Wird Antibiotika dennoch eingesetzt, führt dies unweigerlich in die Sackgasse, denn die Bakterien werden durch ihre rasche Plasmid-Vererbung resistent, was ein zusätzliches Risiko für den menschlichen Organismus im Krankheitsfall darstellt. Für die Schweizer Obst- und Honigproduzenten käme damit eine Antibiotika-Anwendung einem Rufmord gleich. Es geht darum, das Vertrauen des Konsumenten in die sorgfältige, naturnahe Produktionen zu erhalten.

Allein schaffen dies die Obstbauern und Imker nicht. Die Problematik des Feuerbrandes ist zu groß und zu vielschichtig. Es braucht interdisziplinäre Forschung und Unterstützung durch die Bundesstellen. Diese müssen nun den Tatbeweis für eine ökologisch ausgerichtete Agrarpolitik erbringen.

Quelle: www.biohonigbonn.de